Meine Top 10 Tipps für Fotografie Anfänger | Teil I

Meine Top 10 Tipps für Fotografie Anfänger

Du stehst am Anfang der Fotografie? Oder möchtest damit starten, weißt aber nicht so recht wie? In den nächsten zwei Beiträgen werde ich meine Top 10 Tipps für Fotografie Anfänger mit Euch teilen. Los geht es also mit Teil I.

#1: Finde die passende Kamera für DEINE Bedürfnisse

Die wohl beliebteste Frage. Welche ist die richtige Kamera und auf was muss oder sollte ich achten? Der Kamerakauf ist wahrlich keine leichte Entscheidung. Folgende Fragen solltet Ihr dabei unbedingt beachten.

  • Welches Budget steht Dir zur Verfügung?
  • Wie viel möchtest bzw. kannst du guten Gewissens ausgeben?

Mit einer digitalen Spiegelreflexkamera (DLSR) oder einer Systemkamera (DSLM) genießt man zahlreiche Vorteile, insbesondere die Flexibilität durch den möglichen Einsatz diverser Objektive. Beide haben jedoch Ihren gewissen Preis zuzüglich der Objektive, die je nach Qualität auch mehr kosten können als die Kamera selbst. Das führt auch gleich zur nächsten Frage.

  • Was für Motive möchtest du primär fotografieren? Portraits? Landschaften? Tiere? Architektur? Oder doch lieber einen Mix aus allem bei der Reisefotografie?

Diese Frage wird die Auswahl des Objektivs maßgeblich beeinflussen. Bei Landschaften oder der Architektur wird die Wahl wohl auf ein Weitwinkelobjektiv fallen. Bei Tieren und anderen teilweise weit entfernten Motiven, sollte die Wahl wohl eher auf das Teleobjektiv fallen. Für meine Reisefotografie habe ich einen Brennweitenbereich von 18-135mm gewählt, um möglichst flexibel zu sein und nicht mehr als ein Objektiv mittragen zu müssen. Macht euch also zunächst Gedanken was Ihr fotografieren wollt und entscheidet euch dann für ein Objektiv.

#2: Kauft Euch zunächst nur das nötigste an Equipment

Mein zweiter von meinen 10 Tipps für Fotografie Anfänger spart euch nicht nur bare Münze, sondern auch Platz und Gewicht im (Foto-)Rucksack. Stellt euch hier insbesondere die Frage:

  • Was benötige ich wirklich? Und auch hier wieder: Was kann und will ich ausgeben?

Das Equipment (inklusive der Kamera) sollte sich nach Eurem Budget richten, nicht andersherum. In meinem Beitrag Essentials zeige ich Euch meine Begleiter bei jeder Fotosession. Macht euch Gedanken, was Ihr wirklich benötigt. Muss es unbedingt der teuerste Fernauslöser sein oder reicht Euch der Touch-Auslöser diverser Kameras. Braucht Ihr wirklich zwei Objektive oder lassen sich diese nicht sinnvoll in einem kombinieren.

#3: Lerne die Grundlagen

Wahrlich alles andere als ein Geheimtipp ist der dritte Tipp meiner Top 10 Tipps für Fotografie Anfänger. Aber spätestens ab dem Kaufdatum solltest du dich intensiv mit den Grundlagen einer jeden Kamera beschäftigen. Im Folgenden also ein kurzer Überblick des Belichtungsdreiecks aus der Belichtungszeit, der Blende sowie dem ISO-Wert. Verändert man eine der drei Größen, hat das automatisch Auswirkungen auf die beiden anderen Größen.

Die Blende

Über die Blende wird letztlich gesteuert, wie viel Licht auf den Sensor fällt. Etwas verwirrend zu Beginn: Je geringer die Blendenzahl, desto offener ist die Blende. Beispielsweise bei einer Blende von 3,5 ist die Blende schon recht weit offen, es fällt also viel Licht auf den Sensor und die Belichtungszeit (folgt gleich) kann entsprechend nach oben korrigiert werden. Die Blende bestimmt jedoch auch die Schärfentiefe des Bildes. Je offener die Blende, desto weniger Schärfentiefe hat das Bild. So kann es passieren, dass beispielsweise in der Portrait-Fotografie die Nasenspitze scharf ist, während die Ohren unscharf sind.

Die Belichtungszeit

Die Belichtungszeit wird in Sekunden angegeben. Mit einer geringen Belichtungszeit (z.B.: 1/2000 Sekunde) können auch sehr schnelle Bewegungen eingefroren werden. Außerdem ist die Verwacklungsgefahr deutlich geringer und logischerweise ist es so auch besser „aus der Hand“ zu fotografieren. Ab etwa 1/100 bzw. 1/60 Sekunde Belichtungszeit ist ein scharfes Bild ohne Stativ sehr schwer zu erreichen. Gerade also bei einer dunklen Lichtsituation wird es schwer, da kommt dann der ISO-Wert ins Spiel.

Der ISO-Wert

Der ISO-Wert Deiner Kamera regelt die Lichtempfindlichkeit des Sensors. Je höher der ISO-Wert dabei ist, desto höher ist die Empfindlichkeit. Die Bilder müssen daher kürzer belichtet werden. So ist es möglich auch bei sehr dunklen Lichtverhältnissen ein gut belichtetes Bild hinzubekommen, ohne dabei sonderlich lange belichten zu müssen. Einziger „Nachteil“: Bei sehr hohen ISO-Werten entsteht ein mehr oder weniger ausgeprägtes Bildrauschen. Hat man also entsprechend Zeit mitgebracht, sollte man für eine optimale Bildqualität einen ISO-Wert von 100 wählen und die Blende sowie die Belichtungszeit entsprechend wählen.

#4 Lest das Handbuch

Ja, es gibt sicherlich tausende Videos in denen Ihr sämtliche Tipps und Tricks zu eurer Kamera finden könnt. Und ja ein Handbuch kostet auch Geld. Aber wo sonst bekommt Ihr alles rund um Eure Kamera kompakt zusammengefasst und nicht über zwei Ecken. Überlegt es euch daher, ich war beispielsweise mit dem Handbuch zu meiner Kamera (Canon EOS 750D) sehr zufrieden und habe sehr viel mitgenommen.

#5 Learning by doing aka. Manuelle Kameraeinstellung

Im Idealfall kennt Ihr dann die Grundfunktionen Eurer Kamera. Nun kommt also Tipp Nummer fünf meiner Top 10 Tipps für Fotografie Anfänger. Jetzt geht es jedoch ans umsetzen. Ja, sicherlich, der Automatikmodus ist super entspannt, am Besten noch mit Autofokus… Macht es nicht. Geht raus und fotografiert im Manuellen Modus „M“. Gerade am Anfang werden sicherlich viele Fotos unscharf, falsch belichtet oder sonstige Mängel aufweisen. Fakt ist jedoch: Ihr lernt wahnsinnig schnell aus Euren Fehlern und am Ende lohnt es sich, versprochen!

Ich hoffe der erste Teil meiner TOP 10 Tipps für Fotografie Anfänger hat Euch schon einmal geholfen. Den zweiten Teil findet Ihr hier: Teil II

Bis dahin. LG
Stefan „BinMalKürzWeg“ Kürzinger

Schaut doch auch mal auf Instagram vorbei und schaut euch meinen Beitrag über das Leben in den Straßen von Marrakesch an.

15 Kommentare zu „Meine Top 10 Tipps für Fotografie Anfänger | Teil I

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  1. Hallo! Ich bin absoluter Anfänger….mache gerade alle Bilder mit dem Handy 🙈
    Ich fahre im Januar nach Island zum Nordlicht-Schauen und optimalerweise auch fotografieren. Mal sehen, ob ich es bis dahin hinbekomme.
    Vielen Dank für deine Beiträge; endlich verstehe ich auch was….oder habe zumindest das Gefühl 😉
    Viele Grüße,
    Britta
    Von http://www.brittawandert.com

    1. Hallo Britta,

      das freut mich sehr, dass es dir etwas geholfen hat. Ich wünsche dir sehr viel Spaß und Erfolg in Island. DAS steht auch noch ganz groß auf der To-DO-Liste..

      Liebe Grüße
      Stefan

  2. Danke für den Tipp mit dem Handbuch. Hatte mir Anfang des Jahres eine Fuji XT 10 gekauft und bin über das Automatikmenü nicht hinaus gekommen. Das mitgelieferte Handbuch ist so dick wie die Bibel. Youtube-Tutorials sind meist auf Englisch. Auf die Idee, einfach ein Buch zu kaufen, das einem alles einfach erklärt bin ich einfach nicht gekommen. 😉

  3. Toller Beitrag, vielen Dank! 🙂
    Ich habe mir vor ca 2 – 3 Jahren eine Sony NEX – 3N gekauft, seit dem fotografiere ich in der Regel mit der Automatikeinstellung… Es ist nicht so, dass ich mit den Fotos unzufrieden bin, aber ich würde mir eigentlich gerne die Zeit nehmen, die Kamera besser zu verstehen, um noch schönere Fotos machen zu können.

    Die Motivation ist jetzt zumindest da!
    Wobei meine Ambitionen trotzdem nicht über Hobbyfotografie hinausgehen, haha…

    Liebe Grüße !

  4. Handbuch kostet nichts. Im Internet gibt es für alle Kameras ein freies Handbuch als PDF, häufig sogar direkt vom Hersteller.

    Ich habe mich in der digitalen Photographie bewußt für gute Smartphones entschieden. Ist günstiger, kompakter und ehrlich vermisse ich nur den optischen Zoom und das Teleobjektiv. Das neue Huawei P10 hat sogar einen manuellen Modus. Die Dinger werden immer besser.

    Normale Kameras erzeugen zu viel Aufmerksamkeit und auf meinen Reisen sind sie nach Nagelscheren die häufig geklautesten Gegenstände. 🙁 Smartphones hat man meist dabei und im Blick und so immer griffbereit für spontane Bilder. Ideal.

    1. Guter Tipp mit dem PDF! 🙂

      Ja die Technik wird immer schneller besser, wirklich beeindruckend! Ich liebe das Gefühl der Kamera in der Hand oder auf dem Stativ, aber da hat jeder seine Vorlieben und das ja auch zurecht! 🙂 Sonst wäre es ja langweilig 🙂

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von Anders Noren.

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