Drei Gründe für eine Festbrennweite

Heute geht es mal wieder um ein Thema aus der Fotografie. Da ich mittlerweile auch stolzer Besitzer eines Objektivs mit Festbrennweite bin und dies zu angeregten Diskussionen geführt hat, möchte ich Euch in diesem Beitrag meine drei Gründe für eine Festbrennweite mitgeben.

Was ist eine Festbrennweite überhaupt?

Der Begriff Festbrennweite ist recht schnell erklärt. Die Brennweite des Objektivs ist festgelegt, es gibt also keinen Zoom. Diese Brennweite ist also nicht veränderbar und je nach Objektiv unterschiedlich. So gibt es Objektive mit einer Festbrennweite von 24mm, 35mm, 50mm und so weiter. Sicherlich stellt sich nun der ein oder andere Leser eine Frage. Wieso eine Festbrennweite benutzen? Hier meine drei Gründe für eine Festbrennweite.

Drei Gründe für eine Festbrennweite

Preis-Leistungs-Verhältnis

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist sicherlich eines der oft genantesten Gründe für Festbrennweiten. Im Vergleich mit Zoom-Objektiven sind die Festbrennweiten erheblich günstiger. So lässt sich beispielsweise das Canon 50mm Objektiv schon um ca. 100€ erwerben, die Konkurrenz aus China (Yongnuo) bereits um ca. 50€. Vergleicht man es beispielsweise mit dem Zoom-Objektiv von Canon 18-135mm (ca. 380€) sieht man den erheblichen Unterschied. Gerade am Anfang der Fotografie sollte man sich daher eine Festbrennweite schon alleine aus Kostengründen überlegen. Weitere Tipps hierzu findet Ihr übrigens im Beitrag zu meinen Top 10 Tipps für Fotografie Anfänger.

Die (Offen-)Blende

Ein weiterer Grund für Festbrennweiten ist der (in der Regel) größere Spielraum mit der Blende. Vergleichen wir hierzu noch einmal das Zoom-Objektiv 18-135mm von Canon mit dem 50mm Objektiv von Canon (Yongnuo identisch). Während das Zoom-Objektiv bei 18mm Brennweite lediglich eine maximale Offenblende von 3,5 erreicht, schafft das Festbrennweitenobjektiv eine maximale Offenblende von 1,8. Was bedeutet das? Durch die größere Öffnung der Blende fällt mehr Licht auf den Sensor, man hat also mit einem Festbrennweitenobjektiv in einer dunklen Umgebung automatisch hellere Bilder, vorausgesetzt die Verschlusszeit und der ISO bleiben unverändert. Zweiter positiver Effekt ist das oft so geliebte Bokeh, gerade und er Portraitfotografie. Je unschärfer und verschwommener der Hintergrund desto schöner das Bokeh.

Fotografie lernen | Learning by doing | Neue Perspektiven

Dritter und für mich der letzte aber auch einer der wichtigsten Gründe für eine Festbrennweite ist der andere Umgang mit Perspektiven und Motiven. Der Zoom am Objektiv wird auch den Fuß-Zoom ersetzt. Du bist also gezwungen dich zu bewegen. Links, rechts, vorne, hinten, runter und hoch. Probiere verschiedne Perspektiven aus und du wirst deine Kamera, die Motive und die Perspektiven auf eine ganz neue Art entdecken. Mehr zum Thema Perspektiven findest du auch Hier.

 

Ich hoffe Euch haben meine drei Gründe für eine Festbrennweite gefallen. Habt Ihr bereits Erfahrung mit Festbrennweiten gemacht? Lasst es mich gerne wissen.

In den nächsten Wochen werde ich auch einmal einen ausführlichen Testbericht über das 50mm Objektiv von Yongnuo schreiben, bleibt also gespannt.

Liebe Grüße
Stefan „BinMalKürzWeg“ Kürzinger

11 Kommentare zu „Drei Gründe für eine Festbrennweite

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  1. Ich würde die Kriterien noch um einen Punkt erweitern: Die Abbildeigenschaften der Festbrennweite sind im Allgemeinen besser.
    Dennoch: Ein kompakt gebautes Zoom als Allround-Objektiv hat für mich schon seine Berechtigung, so lange man weiß, wo seine Schwächen liegen.

    1. Sind beides auch sehr gute Objektive. Bezüglich der Objektivwahl gibt es auch oft kein Richtig und Falsch, sondern lediglich ein ‚Passt zu mir‘ oder „Passt nicht zu mir‘. 🙂
      Beste Grüße Stefan

    1. Da hat wohl – wie so oft – jeder seine eigene Ansicht 🙂 Aber das macht es ja auch interessanter… Ich persönlich bin irgendwie auch kreativer, wenn ich mich in unbequeme oder ungewohnte Perspektiven begeben „muss“. Oft fallen mir dann noch 1-2 Blickwinkel ein, die ich so noch nicht gesehen habe.
      Beste Grüße Stefan

  2. 🙂 10,11,12-24mm, 24-70,104mm, 70-200mm. Das als Zoom und Du bist komplett. Es sei denn, Macro oder etwas anderes Spezielles käme dazu. Alles bis auf das 12-24 natürlich mit einer durchgängigen Blende von 2.8… So… Mehr Spielraum geht dann wirklich nicht. Alles eine Kostenfrage, stimmt… Oftmals muss man sich auch mit Bärenhöhlen von Objektiven abquälen – weil es eben nicht anders geht.
    Diese drei Zooms belegen eine Preisspanne von ca. 2,5-3000 Euronen. Soll ich das gleiche Spiel mal mit Festbrennweiten darstellen? Da wirst Du locker das Dreifache oder noch mehr los… da beginnt dann aber auch der Spaß mit Blende 1.4. Was den Suchtfaktor noch um etliches erhöht. Ich denke, dass hast Du bei Deinen 50mm schon erfahren. Das 50mm Objektiv ist eines der ganz wenigen, wie auch das 135mm, welches sich auf Grund der Bauweise günstig herstellen lässt, daher auch der Preis. Je offener die Blende, je aufwendiger die Korrektur von Abildungsfehlern, desto teuerer… aber die Ergebnisse… machen einfach Spaß…

  3. Festbrennweite ist für mich ein Muss. – Das tatsächliche Erlaufen eines Bildausschnittes stellt für mich eine unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Objekt her. – Auf allen meinen Nikons – egal ob analog oder digital – sitzen daher im Standard 50mm von 1.8 bis 1.4. Zoom ist erst zweite Wahl. In der Nacht sowieso…

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von Anders Noren.

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